Mehr Beschäftigte, weniger Patienten: Prof. Dr. Pierre-Michael Meier auf dem GWK 2026 zur Produktivität durch intelligente Technik
Technologie schafft im Krankenhaus nicht automatisch mehr Produktivität. Entscheidend ist, ob Investitionen dort ansetzen, wo sie Prozesse messbar entlasten, Mitarbeitende unterstützen und zugleich die Anforderungen an Sicherheit und Compliance erfüllen.
Auf dem GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS 2026 in Hamburg brachte Prof. Dr. Pierre-Michael Meier, CEO des Eco Systems ENTSCHEIDERFABRIK und Generalbevollmächtigter der Hospitalgemeinschaft Hosp.Do.IT, am 10. September die Perspektiven von ENTSCHEIDERFABRIK und Hospitalgemeinschaft in die Session „Mehr Beschäftigte, weniger Patienten: Produktivitätssteigerung durch intelligente Technik?“ ein.
Die Ausgangsfrage trifft einen zentralen Punkt der aktuellen Krankenhausentwicklung: Die Zahl und Komplexität der Aufgaben steigen, gleichzeitig stehen Kliniken unter hohem wirtschaftlichem Druck. Digitalisierung und KI können hier einen wesentlichen Beitrag leisten. Ihr Nutzen entsteht jedoch nicht durch die Technologie allein, sondern durch die Auswahl der richtigen Anwendungsbereiche und eine konsequente Einbindung in die klinischen und administrativen Prozesse.
Wo intelligente Technik tatsächlich Mehrwert schafft
Für Krankenhausverantwortliche lässt sich daraus ein klarer Prüfrahmen ableiten: Welches konkrete Problem wird gelöst? Welche Entlastung oder Qualitätsverbesserung lässt sich erzielen? Und sind Datenschutz, Informationssicherheit, Interoperabilität und regulatorische Anforderungen von Beginn an berücksichtigt?
Gerade vor größeren Investitionsentscheidungen ist diese Betrachtung entscheidend. Digitalisierung sollte nicht dort beginnen, wo eine Technologie verfügbar ist, sondern dort, wo ein relevanter Prozess verbessert werden kann. Das kann beispielsweise bedeuten, wiederkehrende Tätigkeiten zu automatisieren, Informationen schneller verfügbar zu machen oder Mitarbeitende bei zeitintensiven Arbeitsschritten zu unterstützen. Gleichzeitig muss früh geklärt werden, wie eine Lösung in bestehende IT-Strukturen integriert, sicher betrieben und langfristig wirtschaftlich genutzt werden kann.
Die ENTSCHEIDERFABRIK und die Hospitalgemeinschaft Hosp.Do.IT beschäftigen sich genau mit dieser Brücke zwischen Strategie und Umsetzung: Welche Digitalisierungsvorhaben erzeugen einen belastbaren Nutzen – und wie lassen sie sich gemeinsam mit Kliniken und Industriepartnern von der Idee in den Regelbetrieb überführen?
Vom Kongressimpuls in die konkrete Arbeit
Wer diese Fragestellungen vertiefen möchte, findet bereits im Oktober das nächste praxisorientierte Format: Vom 13. bis 15. Oktober 2026 findet die Entscheider-Werkstatt an der Universitätsmedizin Mannheim statt. Unter der Leitfrage „Wie Nachhaltigkeitsziele unseren Klinikbetrieb verändern“ werden Nachhaltigkeitsmanagement, Strategie, CSR-Reporting und die Auswirkungen auf Informations-, Kommunikations-, Medizin- und Versorgungstechnik gemeinsam mit den Teilnehmenden bearbeitet. Charakteristisch für die Entscheider-Werkstätten ist der unmittelbare Bezug zu Aufgaben aus dem Klinikalltag und die gemeinsame Arbeit in interaktiven Workshops.
Der Blick über das eigene Gesundheitssystem hinaus folgt im November: Das Management Training on digital Transformation – Entscheider-Reise U.S.A. 2026 führt vom 8. bis 14. November nach San Diego und Denver. Besuche bei amerikanischen Health Care Systems, der direkte Austausch mit deren Führungskräften sowie Leadership-, Digital-Health- und Health-IT-Workshops sollen dabei helfen, internationale Entwicklungen einzuordnen und konkrete Konsequenzen für die eigene Organisation abzuleiten.
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Produktivität bleibt eine Führungsaufgabe
Die Diskussion auf dem GWK macht deutlich: Die zentrale Frage lautet weniger, ob Krankenhäuser intelligente Technologien einsetzen werden, sondern wo und unter welchen Voraussetzungen daraus nachweisbarer Nutzen entsteht. Dafür müssen technologische Möglichkeiten, Prozesse, Finanzierung, Compliance und die strategischen Ziele einer Klinik gemeinsam betrachtet werden.
Diese Perspektive wird zum Jahresabschluss auch beim Digital Health Leadership Summit 2026 weitergeführt. Am 9. und 10. Dezember 2026 kommen bei den SALK – Salzburger Landeskliniken am Standort der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg Führungskräfte, Digitalisierungsverantwortliche sowie Vertreter aus Kliniken, Verbänden und Industrie zusammen. Im Mittelpunkt stehen praxisorientierte Erfahrungen zur digitalen Transformation, internationale Perspektiven und die ersten Ergebnisse der fünf Digitalisierungsthemen des eHealth Inkubators 2026.
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Vom Impuls auf dem GWK über die gemeinsame Arbeit in Mannheim und den internationalen Erfahrungsaustausch in den USA bis zum DHLS in Salzburg bleibt damit eine Frage im Mittelpunkt: Wie wird aus technologischer Innovation ein messbarer Mehrwert für Krankenhaus, Mitarbeitende und Patientenversorgung?
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